Architektenwettbewerb Die Projekte von Hildebrandt und Bibiena besaßen Gemeinsamkeiten, da sie jeweils eine Zweiturmfassade mit einer Art Triumphtor und kolossalen Doppelsäulen dazwischen aufwiesen. Die Innenräume unterschieden sich jedoch wesentlich. Während die Piaristenkirche einen Zentralraum mit konkaven Mauern besaß, plante der Theaterarchitekt ein zweijochiges Langhaus mit Chor. Im Unterschied zu den beiden Projekten schuf Fischer eine gänzlich andere und wirklich spektakuläre Architektur. Er verknüpfte nämlich die beiden Glockentürme mit den Flanken eines dreiteiligen Triumphbogens und setzte dem hohen Rundtempel mit antikisierender Tempelfassade zwei Monumentalsäulen zur Seite. Ei /aj/ Mit der ungewöhnlichen Gestaltung der Kirchenfassade nutzte Fischer einerseits die Ideen von Gianlorenzo Bernini, der vor dem Louvre zwei Triumphsäulen nach römischen Muster aufstellen wollte. Andererseits paraphrasierte der Wiener Architekt ein Projekt von Carlo Fontana, der eine Kuppelkirche im Kolosseum als Sinnbild des Triumphes des christlichen über das heidnische Rom errichten wollte. Vergleicht man die drei Konkurrenzprojekte, so ist es deutlich, dass sich diese nicht nur durch eine persönliche Handschrift, sondern vor allem durch den Stil unterschieden. Hildebrandts „unheroischer“ und „unmonumentaler“ Kirchenbau kann sogar als „Antithese zu Fischers Baukunst“ gelten. Die Triumphsäulen sowie die Fassade waren eindeutige Verweise auf das antike Kaisertum.